Johan Galtung, Initiator der Friedensforschung: Die Kräfte, die Gewalt und Krieg und Wirtschaftsmacht einsetzen können, legen wenig Wert darauf, friedliche und gerechte Lösungen zu suchen! Doch die Argumente gegen den Krieg sind klar, Ideen fehlten, wie Frieden geschaffen werden kann. Sie zu finden, dafür forscht und agiert er seit Jahrzehnten: Was tun in einer Situation, in der das US-Imperium seinem Ende entgegengeht, fragt er?

1.10.2011

Johan Galtung

*1930

Johan Galtung

Johan Galtung bei einem Seminar der privaten Hochschule “Netanya Academic College” in Israel 2007 (© David Lisbona)Johan Galtung ist Friedensforscher und anerkannter Mediator. Er zeigt Wege auf, wie Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen sind. Galtung gilt als Gründungsvater der Friedens- und Konfliktforschung. Friedensforschung beschäftigt sich mit den Grundlagen für dauerhaften Frieden zwischen Staaten und Völkern. Für die Erforschung der Voraussetzungen für Frieden erhielt er 1987 den alternativen Nobelpreis. Galtung war für verschiedene UN-Organisationen tätig, lehrte als Gast- und Honorarprofessor an mehr als 30 Universitäten weltweit und ist Autor von mehr als 100 interdisziplinären Büchern zum Thema Frieden und Gewaltfreiheit. Bereits 1959 gründete er das erste Friedensforschungsinstitut Europas in Oslo (Norwegen). In den vergangenen 50 Jahren wirkte er in mehr als 150 Konflikten weltweit als Vermittler. 1993 gründete er TRANSCEND International, ein “internationales Netzwerk von WissenschaftlerInnen, KonfliktbearbeiterInnen, TrainerInnen und AktivistInnen, die konkrete Friedens- und Entwicklungsarbeit leisten”. Ziel ist es, “eine friedlichere Welt herbeizuführen,

Screenshot der Website von TRANSCEND International

Screenshot der Website von TRANSCEND International indem Aktionen, Erziehung/Training, Verbreitung und Forschung im Umgang mit Konflikten kreativ und gewaltfrei angewandt werden”. Zum Einsatz kommt hierbei unter anderem die von Galtung entwickelte Methode zur Konflikttransformation (Transcend-Methode), welche neue Perspektiven für den Frieden erschließen soll, die von Politikern oft ausgeblendet oder missachtet werden.

Strukturelle Gewalt verstehen
Eine Anleitung zur Operationalisierung

Naakow Grant-Hayford und Victoria Scheyer

Juni 2016

Zusammenfassung Als “Strukturen” sind im galtung‘schen Sinne nicht nur institutionell gefestigte Gesetze und Regeln oder Institutionen zu verstehen, sondern vielmehr sämtliche Permutationen sozialer Interaktion, die durch menschliches Zusammenleben entstehen. Nicht nur innerhalb eines Nationalstaates oder internationaler Organisationen auf der Makroebene, sondern auch auf der Mesoebene, innerhalb von Gesellschaften oder Gruppierungen und auch auf der Mikroebene, zwischen Individuen, sind diese Permutationen beobachtbar (Galtung, 2009a). Im Folgenden gilt es im Hinblick auf die Operationalisierung des Begriffs der strukturellen Gewalt für ein qualitatives Forschungsdesign, die empirischen Ausprägungsformen struktureller Gewalt zu explizieren. Denn erst wenn man weiß, welche konkreten soziopolitischen Sachverhalte von einem Konzept wie dem der strukturellen Gewalt erfasst werden, kann man sich daran machen ein Forschungsdesign mit Indikatoren für qualitative oder quantitative Forschung zu entwickeln. Dieses working-paper dient diesem Zweck.

galtung-institut.de/papers/G-I-WP-2016-06-SG.p

ZUm Lesen und Herunterladen: https://www.galtung-institut.de/papers/G-I-WP-2016-06-SG.pdf

Why Johan Galtung (born 1930) decided to devote his life to waging peace through research and action.
Galtung who is one of the world’s most prolific and innovative social scientists – for instance, the author of more than 160 books and a global lecturer, mediator and professor – has been a TFF Associate since 1986 and has been published hundreds of times at TFF’s old and present site.
He is also one of my two mentors in peace research – the other being Håkan Wiberg – says TFF director and co-founder, Jan Oberg.
Johan GaltungFounder of TRANSCEND International

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Johan Galtung
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Johan Galtung
Professor of Peace Studies, Dr hc mult
Born 1930 in Oslo, Norway; PhD in Mathematics 1956; PhD in Sociology 1957

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Johan Galtungs Entwicklungstheorie

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Für Johan Galtungs Friedenstheorie ist der Begriff Entwicklung von zentraler Bedeutung, da Entwicklung das Mittel darstellt, um strukturelle Gewalt und kulturelle Gewalt zu beseitigen und dadurch positiven Frieden zu schaffen. Dabei besteht „das Minimum an Entwicklung […] in der Beseitigung von Elend, wie das Minimum des Friedens in der Abschaffung des Krieges besteht.“[1] Die Beseitigung von Elend lässt sich allerdings nicht als rein ökonomische Entwicklung denken, sondern beinhaltet kulturelle und andere nicht-materielle Dimensionen. Folglich kritisiert Galtung die aktuelle Entwicklungshilfe als wirtschafts– und wachstumszentriert und entwirft einen alternativen Ansatz, die eklektischeEntwicklung.

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Graswurzel-Journalismus

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Graswurzel-Journalismus (von grassroot, auch partizipativer Journalismus oder Bürger-Journalismus) ist eine Form des Journalismus, bei der die Zivilgesellschaft durch eigene Medien am gesellschaftlichen Diskurs teilnimmt. Die Publikationsmöglichkeiten im Internet, besonders WeblogsPodcasts und Videoplattformen, haben zur Verbreitung des Graswurzel-Journalismus beigetragen.[1][2]

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Friedensjournalismus

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Der Begriff Friedensjournalismus wurde im deutschsprachigen Raum erstmals nachweisbar von Alfred Hermann Fried, einem Vertreter des Pazifismus, 1901 in der Publikation Unter der Weißen Fahne – Aus der Mappe eines Friedensjournalisten verwendet. Heute steht der Begriff international für den Ansatz des norwegischen Friedensforschers Johan Galtung, der kontrastierend auch von „Kriegsjournalismus“ spricht. Galtung versteht unter Friedensjournalismus eine kritische Berichterstattung aus Kriegsgebieten, die nicht die Sichtweise des Militärs übernimmt und sich für den Frieden einsetzt. Dieser Begriff stammt nicht aus dem Journalismus i. e. S. und ist keine Analogie zu Begriffen wie „Medizinjournalismus“ oder „Kulturjournalismus“.

Inhaltsverzeichnis

Der Ansatz

Die Theorie des Friedensjournalismus stammt aus der Friedens- und Konfliktforschung, wurde also von Sozialwissenschaftlern erarbeitet. Galtung vergleicht (unkritische) Kriegsberichterstattung mit der Sportberichterstattung: Es gibt mindestens zwei Parteien, und es geht um Sieg oder Niederlage. Der Krieg wird als unvermeidlich dargestellt und nicht hinterfragt. Die Sprache des Militärs wird übernommen. Allgemein werde Krieg in den Medien wesentlich stärker thematisiert als Friedensinitiativen.

Der so genannte Friedensjournalismus soll die Hintergründe des Konflikts verdeutlichen und mögliche friedliche Lösungen aufzeigen bzw. auf diese aktiv hinarbeiten. Es werden nicht nur die Truppen gezeigt, sondern vor allem die Opfer. Den Medien und den Journalisten wird die Rolle eines Vermittlers zwischen den Konfliktparteien zugewiesen. Die Berichterstattung soll eine deeskalierende Funktion haben.

Während Johan Galtung und Jake Lynch den Friedensjournalismus als eine Form des Meinungsjournalismus propagieren, sehen andere Autoren wie Wilhelm Kempf und Dov Shinar darin ein Forschungsprogramm, das die sozial-psychologischen, mediensoziologischen und institutionellen Bedingungen untersucht, wie der Anheizung von Konflikten durch die Medien entgegengewirkt und einer konstruktiven Konfliktlösung eine Chance gegeben werden kann.

Forderungen an Medien und Journalisten

Johan Galtungs Konzept des Friedensjournalismus basiert im Kern auf vier Forderungen an Medien und Kriegsberichterstatter:

  • Friedensjournalismus untersucht die Entstehung des Konflikts und stellt Lösungsansätze dar.
  • Alle Seiten kommen ausgewogen zu Wort; es gibt keine Einteilung in „gut“ und „böse“. Die Lügen aller Beteiligten werden aufgedeckt.
  • Aggressoren/Angreifer werden benannt; es wird über die Opfer auf allen Seiten gleichermaßen berichtet.
  • Die Konfliktberichterstattung muss schon früh einsetzen und versuchen, zwischen den Parteien zu vermitteln.

HE TRUMP PRESIDENCY by Prof. Johan Galtung

Original article at www.transcend.org/tms

THE TRUMP PRESIDENCY: AFTER THE FIRST WEEK

In Prof. Galtung’s rather timely book “The Fall of the U.S. Empire — And Then What?” he spells out his prognosis for the conditions under which the US may either blossom as a republic or experience the demise of its global empire.

Trump’s deeds: Attacking the Affordable Care Act; the “global gag rule” against abortion; the federal regulation and hiring freeze; canceling the TPP; restarting the Keystone XL and Dakota Access Pipeline; limiting entry with the Mexican Wall; the 90-day travel ban on seven countries; more undocumented people prioritized for deportation; no federal funding for cities refusing to cooperate; communications blackout from federal agencies; Guantánamo torture continued–What does it add up to? A very strong white state centered on a president with absolute power and control over life (birth) and death (care) of the citizens. Not regulating police racism. So far, no order on the military. Fascism? Too early to say; but in that direction. It opens for questions about the inner workings of Donald J. Trump. Who is he?

A Johns Hopkins psychologist sees Trump suffering from “malignant narcissism“. A Norwegian historian, Öystein Morten, in a detailed analysis of Norwegian king crusader Sigurd Jorsalafare (1103-1130)–clearly crazy–has a Norwegian psychiatrist diagnose him as suffering from “bipolar depression”, manic-depressive. Is Trump only manic?

This column early on saw Trump as suffering from “autism”, living in his own bubble, speaking his babble with no sense of reciprocity, the reaction of the other side. The column stands by that.

However, this column drew a line between his words and deeds; denouncing his rhetoric as grossly insulting and prejudicial, but pinning some hope on his deeds. Wrong, and sorry about that. After one week, Trump clearly means every word he says, and enacts them from Day 1; even what he once retracted in a New York Times interview.

Combine the two points just made: autism and immediate enactment. He acts, and from his bubble does not sense how others will react, and increasingly proact. He assumes that others will accept his orders, obey, and that is it. It is not. His orders my even backfire.

As many point out, terrorism in the USA after 9/11 is almost nil. But his actions may change that. Some Mexicans may hit back, not only against the wall but the border itself, drawn by USA grabbing 53% of Mexican territory in 1846-48, then soaking Mexico in debt and violence importing drugs and exporting arms, even unaware of the harm they do.

Take the seven countries targeted by Trump for collective punishment: Iraq, Iran, Libya, Syria, Sudan, Somalia, Yemen; the old seven with state central banks targeted by Bush, with Yemen substituted for Lebanon. All mainly Muslim.

Imagine them reacting by cooperating, learning from China to raise the bottom up, starting building a West Asian community with links across the Red Sea, and “Saudi” Arabia soon joining?

If their governments do not do that, imagine the Islamic State doing exactly that? What a gift to the Islamic State/Caliphate!

As a minimum, the 7 might reciprocate and block US citizens’ entry for the same period. How would that affect US military operations? Would it force Trump to use force? In fact, are his demands on other countries so extreme, not only in words but in deeds, that there are no more words and deeds left short of force? Does his extremism limit his range of options, making war as probable as under Hillary Clinton?

And yet what he has done so far, firing and backfiring, is little relative to what other US presidents have done of harm.

  • Take FDR spending much of his presidencies on beating Japan, scheming to provoke Japan into war, defeat and permanent occupation to eliminate Japan as a threat to US economy and polity. That policy is still being enacted, now as “collective self-defense.”
  • Take JFK getting USA into the Vietnam War in 1961.
  • Take Eisenhower eliminating Lumumba, maybe Hammarskjöld.

They caused devastation of Japan, of Vietnam and set back Africa on its way to freedom, autonomy, independence. Trump is retracting, contracting, away from others, but not expanding into them. So far.

The reaction inside the USA has been from judges challenging the legality of the orders and launching court suits. The market has been ambiguous but generally down with heavy protests from Silicon Valley. Trump claims the orders are working. What else will happen?

It is difficult to imagine that there will not be a CIA response, being challenged and provoked by Trump, not only for accusing Russia of intervening to his advantage. There are probably at this moment countless meetings in Washington on how to get rid of Trump. Yet, he has command over not only his Executive, Congress and the Supreme Court, but also over the overwhelming number of states in the union. US presidents have been assassinated before Trump when the forces against are sufficiently strong. Could somebody from the Travel ban 7 be hired to do the job, making it look as a foreign conspiracy?

Another and more hopeful scenario would be nonviolent resistance. Difficult for border officials. But inside the USA people to be deported may be hidden, protected by their own kind and by others–with care though, Trump also has some good points. More constructive would be alternative foreign policies by cities, at present not by the federation, nor by most of the states. Reaching out to the seven and above all to Mexico for dialogue; searching for better relations than at present and under Trump. Preparing the ground for something new, under the Democratic Party or not. Not a third party, impossible in the USA it seems, but as general approach. The relation between New York and Baghdad, Tehran, Damascus, Tripoli, Khartoum, Mogadisciu and Sana’a as an example. Still some space!

There is no greatness in what Trump does, he makes USA smaller. Trying rebirth instead of rust, canceling stupid deals like TPP: OK. But retracting into a self-glorifying strong state is not greatness, it is isolation. Greatness is not in what you are but in how you relate. And Trump relates very badly.

Johan Galtung’s article originally appeared on Transcend Media Service (TMS). His book The Fall of the US Empire and then what? is available here.

Also read the transcript from the Democracy Now dialogue between Amy Goodman and Prof. Galtung.

AMY GOODMAN: We turn right now, in the last few minutes, to a man who has spent the last half-century pursuing nonviolent conflict resolution. He’s known as a father of peace studies. His name is Johan Galtung. His latest book, The Fall of the US Empire–And Then What?: Successors, Regionalization or Globalization? US Fascism or US Blossoming?

We welcome you to Democracy Now!, Johan Galtung. As you survey they geopolitical landscape right now and the wars that the US is involved with, what are your thoughts?

JOHAN GALTUNG: Well, thank you so much for inviting me.

It’s an empire against a wall; an empire in despair; an empire, I would say, in its last phase. My prediction in the book that is here, that you mentioned, The Fall of the US Empire–And Then What?, is that it cannot last longer than ’til about 2020. In 1980, I predicted for the Soviet empire that it will crack at its weakest point, the wall of Berlin, within ten years, and it happened in November 1989, and the Soviet empire followed. So my prediction is a similar one for the US empire. And that could lead to the blossoming of the US.

AMY GOODMANWhy do you say ten years, that the US empire collapses in a decade?

JOHAN GALTUNG: Within ten years — well, the prediction was made in year 2000, and I actually said twenty-five years. But then Bush was elected president, and his narrow vision, his fundamentalism, made me cut it by five years, because I saw him as an accelerator, which he certainly did, launching three wars — war on terrorism, war on Afghanistan and war on Iraq. Now, this comes after the US did not win 1953 in Korea and lost 30 April, 1975 in Vietnam. In other words, we are now in war number five of major significance. That is typical for the decline of the empire that it goes like that. When you ask me why did I have that time horizon, well, I made a comparative study of quite a lot of declines of empires. I’m a little bit of an expert on that, actually. And there are certain factors that are similar. They rise and decline more quickly now. Of course, the two Roman empires, the Western and the Eastern, lasted longer. Now it’s quicker. The US started, I would say, in 1898, walking into the shoes of the dying or dead Spanish empire. And we are now dealing with a phenomenon which is about 110, 112 years old. And as I told you, I put the upper limit at 2020.

AMY GOODMANWhen you ask “And then what?” you say “US fascism or US blossoming?” What do you mean?

JOHAN GALTUNG: What we see right now is an intensification spreading, special forces increasing, let us say, from thirty to forty-five countries. And that’s exactly what you would expect. It’s an effort to try to externalize, to say that there are enemies abroad that are trying to get at us, instead of saying the obvious, namely that we have made a construction, and that construction is dying itself. If you try to dominate the world economically, militarily, politically and culturally at the same time, and then having these four support each other, it cannot last for a long time. And that’s the phase we are in now. Now, in that period, there will be fascist reactions. It’s not impossible that it could be a military coup in the US from the right, not impossible within this period. But, you see, I am much more optimistic than that: I think that the US is in for a blossoming period. Look at what happened to England when it got rid of its empire from 1965 on. Russia got rid of its empire from 1991. They took some time. There was a bad Yeltsin period. Right now Russia is rising. You see the same in France. You see it in Italy.

AMY GOODMAN: Johan Galtung, we’re going to break now and bring our viewers and listeners part two of our conversation this week. Johan Galtung is known as the father of peace studies. His latest book, The Fall of the US Empire–And Then What?

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