Gambia: Rekord-Rücknahme-Land von Flüchtlingen in Afrika: Demokratische Regierung unter Protest-Druck der Bevölkerung: Migrationsexperte Knaus schlägt Partnerschaftsabkommen vor! 1000 Menschen aus den kleinen Gambia haben auf dem gefährlichen Weg nach Europa in der Sahara, in Folter-Lagern in Libyen oder im Mittelmeer ihr Leben verloren.Der wichtigste Fluchtgrund: Kaum Chancen auf Arbeit in Gambia Rund die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen ist arbeitslos, auf dem Land sind es sogar über 70 Prozent. Die Abwanderung in die urbanen Zentren ist deshalb enorm hoch.

Flüchtlinge: Schwierige Rückführung nach Afrika

Sendung vom 06.08.2019 aus Morgenmagazin

Schwierige Rückführung nach Afrika

Seit zwei Jahren gibt es in Gambia eine demokratische Regierung, sodass die 10.000 Flüchtlinge aus dem westafrikanischen Land eigentlich wieder zurückgeführt werden müssten. Doch Gambia nimmt Flüchtlinge nicht zurück. Es fehlt ein Abkommen.

https://www.ardmediathek.de/ard/player/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL21vcmdlbm1hZ2F6aW4vZTljZTE5NTctOTA4Mi00YmQwLTkxOWMtNGY4MTA5Y2QwNDdi/schwierige-rueckfuehrung-nach-afrika

03:56

Video vom 06.08.2019 aus Morgenmagazin

Migrationsexperte Knaus zur Rückführung von Flüchtlingen

Die Rückführung von Flüchtlingen gestaltet sich oft schwierig, vor allem wenn ein Abkommen fehlt. Gerald Knaus, der schon das Abkommen zwischen der EU und der Türkei entworfen hat, erklärt was für einen Deal mit Gambia geschehen muss. https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/videos/vonhaarenundknaus_1308nl_-100.html

Wer nicht ausreist, gilt in Gambia als Versager. Aber auf der Flucht warten Elend und Sklaverei

In Gambia versuchen Rückkehrer ihre Landsleute davon abzuhalten, nach Europa aufzubrechen. Sie berichten von Tod und Elend. Manche lassen sich überzeugen. Doch der Druck, auszuwandern, bleibt.

Kaum Chancen auf Arbeit in Gambia

In Gambia ist gelungen, was auf dem afrikanischen Kontinent nicht selbstverständlich ist: erfolgreiches Krisenmanagement. Als der Oppositionspolitiker Adama Barrow Ende 2016 die Präsidentschaftswahlen gewann, wollte der langjährige autokratische Herrscher Yahya Jammeh den Wahlsieg nicht anerkennen. Er hatte wohl nicht damit gerechnet, dass jemand anderes gewinnen könnte als er selbst. Es drohte ein Bürgerkrieg.

Doch die Staaten der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas griffen ein, liessen Truppen an der Grenze aufmarschieren und machten mit einer Mischung aus Krisendiplomatie und militärischem Drohszenario einen Übergang zur Demokratie möglich. Dennoch haben sich die Lebensverhältnisse kaum verändert.

Mehr als zwei Jahrzehnte Diktatur haben das kleine Land an der westafrikanischen Küste derart heruntergewirtschaftet, dass eine verbesserte Wirtschaftslage in weiter Ferne liegt. Rund die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen ist arbeitslos, auf dem Land sind es sogar über 70 Prozent. Die Abwanderung in die urbanen Zentren ist deshalb enorm hoch.

Die Landwirtschaft ist so ineffizient, dass Gambia sich nicht einmal annähernd selbst mit Nahrungsmitteln versorgen kann. Angebaut werden neben Getreide vor allem Erdnüsse, die allerdings nicht weiterverarbeitet werden und deshalb nur geringen Gewinn abwerfen.

Moderne Bewässerungsmethoden sind nicht verbreitet. Man verlässt sich ausschliesslich auf die Regensaison. Nach einem Bericht der gambischen Regierung hat es ausserdem in den vergangenen Jahren Ernteeinbrüche von 20 bis 40 Prozent gegeben, die auf den Klimawandel zurückzuführen sind.

Das englischsprachige Gambia mit seinem tropischen Klima und den Atlantikstränden ist zwar vor allem bei Briten als Winterreiseziel beliebt. Der Tourismus im muslimischen Land mit sehr liberaler Ausprägung und ohne grösseren Einfluss von Extremisten ist allerdings zu klein und generiert zu wenig Investitionen, um den Bedarf an Arbeitsplätzen und wirtschaftlicher Entwicklung zu decken.

Trotz der neuen Regierung hat der Migrationsdruck deshalb kaum nachgelassen. Gambia zählt nur zwei Millionen Einwohner, gehört aber zu den Top Ten der Herkunftsstaaten von Flüchtlingen auf der Mittelmeerroute. Anders als früher haben Gambier inzwischen in Europa keine Chance mehr auf politisches Asyl. Ihnen droht die Abschiebung.

https://nzzas.nzz.ch/international/gambia-rueckkehrer-versuchen-andere-von-der-flucht-abzuhalten-ld.1499768?fbclid=IwAR1fFIBl2T2hJaJ6dt_fSv87_EoDjcdSej3BsSzRMcJwdkIiKzUdtXboINY

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